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Games Convention 2007 - Familienspaß für Jung und Alt

geschrieben am 23. August 2007 | in: konsolenmarkt

Games ConventionEuropas größte Messe für Computer- und Videospiele, die Games Convention (GC) in Leipzig, ist in vollem Gange. Nachdem die Fachbesucher und Medienvertreter die Hallen einen Tag für sich hatten, strömen nun auch die Massen auf das Messegelände. Bei der sechsten Auflage sind in diesem Jahr 503 Aussteller dabei, 34% mehr als im Vorjahr. Sie haben 225 Premieren im Gepäck. Zudem gibt es mehr Fläche, mehr Spektakel, mehr GC-Babes. Ein Fest für die Sinne. Der große Trend: Einfachere Spiele sollen Jung und Alt an die Spielkonsole fesseln.

Die Veranstaltung profitiere davon, dass die einstige Weltleitmesse der Branche, die E3 in Los Angeles, in diesem Jahr deutlich verkleinert wurde, sagt GC-Projektdirektorin Peggy Schönbeck. Die Aussteller kommen aus 35 Ländern. Deutlich größer geworden ist neben der um 25% auf rund 112.500 Quadratmeter gestiegenen Ausstellungsfläche in den Publikumshallen auch der Geschäftsbereich hinter den Kulissen. Im Business Center sollen die Order für das Weihnachtsgeschäft getätigt werden.

Welche Relevanz die GC für die Branche mittlerweile hat, verdeutlicht die Preissenkung der XBox 360 inmitten der Leipziger Messe. Dies dürfte den schleppenden Verkauf der Microsoft-Konsole ankurbeln, erscheint doch am selben Tag auch das als revolutionär angekündigte Spiel BioShock, dass dem Publikum in einer Art moderner Geisterbahn präsentiert wird.

Die Branche für Computer- und Videospiele verspürt nach Angaben des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) weiter Rückenwind. Im ersten Halbjahr sei der Umsatz in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 17 Prozent auf 550 Mio. Euro gestiegen. Insgesamt wurde 21,3 Mio interaktive Spiele verkauft.

Während die Zahl der verkauften PC und Videospiele leicht zurückging, erleben Spiele für mobile Konsolen einen Boom. Im ersten Halbjahr 2007 wurden für die sogenannten Handhelds wie die PSP von Sony und Nintendo DS 4,2 Mio Spiele verkauft, was einem Plus von 83% gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres entspricht. Der Umsatz der mobilen Spielkonsolen steigerte sich im selben Zeitraum von 77 Mio auf 135 Mio Euro.

Nintendo hat in diesem Segment klar die Nase vorn - mit Gehirnjogging-Spielen hat man einen Trend gesetzt. Neuerdings kann man mit seinen DS-Geräten auch über den großen Fernseher spielen. Die PSP wird indes zur Entertainment-Zentrale aufgebohrt. So gab Sonys Europachef David Reeves auf der GC bekannt, dass im Januar der Service Go!Messenger in den Verkauf gehen soll, ein Kurznachrichten- und Videochatprogramm für die PSP. Als weiteres Zubehör stellte Reeves ein GPS-Modul namens Go!Explore vor. Für Großbritannien kündigte er zudem einen Video-Downloadservice für die PSP an, der in Verbindung mit dem Pay-TV-Sender Sky entwickelt wird.

Für seine PS3 hatte Sony zwar keine Preissenkung im Gepäck, aber weitere Innovationen zu vermelden. Über PlayTV, einen externen DVB-T-Empfänger, sollen Nutzer zukünftig parallel ein Fernsehprogramm sehen und dabei eine weitere Sendung auf einem anderen Kanal aufzeichnen können. Aufgenommene Inhalte lassen sich per WLan auch als Videostream auf die PSP übertragen. Die kleine Settop-Box, die die Spielkonsole zum vollwertigen Festplattenrekorder macht, soll Anfang 2008 auf den Markt kommen, ein genauer Preis wurde nicht genannt.

Eines der Highlights des ersten Messe-Tages in Leipzig war die Präsentation der neuen Casual-Games-Linie durch Electronic Arts. Damit möchte man eine völlig neue Zielgruppe, nämlich die “Nichtspieler”, erreichen. Einfachere Spiele sollen Jung und Alt an die Spielkonsole fesseln. “Im Jahr 2010 wird jeder zweite Deutsche mit der Konsole, dem PC oder dem Mobiltelefon spielen”, heißt es bei EA in Leizig. Als ideale Plattform erweist sich dafür vor allem Nintendos Wii Konsole, die das Wohnzimmer zum Sportplatz für die ganze Familie gemacht hat.

Nintendo lockt die Blicke der GC-Besucher mit riesigen weißen Vorhängen auf sich: Dahinter verbirgt sich u.a. Wii-Fit, eine weißes Brett, dass voller Bewegungssensoren steckt. Spiele (z.B. Yoga, Hulla-Hup und Liegestützen) lassen sich darauf mit einer Gewichtsverlagerung des Körpers steuern. Beim Party-Spiel Boogie singen die Spieler über ein Mikrofon bekannte Songs nach und müssen dazu gleichzeitig tanzen.

Microsoft, dass die GC-Gemeinde mit Sand und Palmen begrüßt, erweitert seinen Xbox-Live-Video Marktplatz. Bisher ist der Video-on-Demand-Service, für den Microsoft viele Filmpartner gewonnen hat, nur in den USA nutzbar - ab Herbst kommen weitere Länder rund um den Globus dazu. Zu den weiteren Neuheiten gehört das Xbox 360 Messenger Kit, mit dem man mit Freunden und Familienmitgliedern weltweit über Xbox Live und Windows PC chatten kann. Das Gerät lässt sich einfach mit jedem Xbox 360-Controller verbinden und bietet komfortable Texteingabe zum Chatten, ohne das Gamepad aus der Hand legen zu müssen.

Zwischen-Fazit der GC:

In das Wohnzimmer kommt immer mehr Bewegung.

Es wird mit Gitarren- und Schlagzeug(!)-Controllern gerockt, getanzt, gesungen, geturnt und geknobelt. Mama und Papa und sogar Omi und Opi sind herzlich eingeladen. Falls die Familie nicht zur Hand ist, spielt man online mit richtigen oder virtuellen Freunden und chattet zwischendurch. Hier können sich Werbungtreibende mit dynamischer In-Game-Werbung dazwischenschalten. Die Konsolen werden zur Entertainment-Zentrale, mit der man auch Filme herunterladen und Sendungen aufzeichnen kann.

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